Ecovillage Europe Tour

Ecovillage Europe Tour

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Eine 3-jährige Reise, um einen nachhaltigen Lebensstil im Einklang mit der Natur zu finden

Ich war 24, als alles begann. Müde von einer Vollzeitbeschäftigung in einer vielbeschäftigten, unmenschlichen Stadt wie Paris, hatte ich schon das “normale” Leben: fast verheiratet mit dem Stress eines 50 Jahre alten Vaters mit 3 Kindern, obwohl ich keine Kinder hatte. Ich habe beschlossen, alles aufzugeben und ein neues Leben mit meiner Partnerin zu beginnen. Zuerst reiste ich nach Australien, dann nach Brasilien: erstaunliche Erfahrungen und Begegnungen, die mich in die faszinierende Welt der Ökodörfer brachten und mir zeigten, wie man wirklich Liebe fühlt und in Frieden ist.

Mein Interesse für die Planeten- und Umweltorganisationen ist nicht neu. Ich begann meine Karriere mit 19 Jahren bei internationalen Umwelt-NGOs, von denen ich dachte, dass sie dabei helfen eine bessere Zukunft aufzubauen. Zuvor hatte ich Zugang zu den Kenntnissen und Praktiken der Ökodorfbewohner. Ich glaube nicht mehr daran, dass das Leben in einer Stadt wie Paris den Planeten retten oder einen freundlichen Einfluss auf die Umwelt haben wird – selbst wenn es die beste Umweltarbeit ist. Der Lebensstil einer solchen Stadt ist einfach nicht nachhaltig – und sie trennt die dort lebenden Menschen völlig von ihrer Natur. Es lässt sie die wirklichen, menschlichen Bedürfnisse vergessen: einen gesunden Körper und eine gesunde Beziehungen zu haben sowie bewusst glücklich zu sein.

Ökodörfer boten mir nicht nur Wissen, sondern auch Zeit zum Nachdenken über die Welt. Zeit ist ein menschliches Konzept, das für uns Menschen erfunden wurde. Das Problem ist, dass unser System so ungleich ist, dass unsere Sichtweise davon radikal unterschiedlich sein kann, abhängig von den Ressourcen und der Ausbildung die wir während des Aufwachsens hatten. Wir können denken, dass etwas wahr ist, egal ob es stimmt. Wenn eigentlich das «ob» alles ändert.

Das Leben im Mainstream-System, 5 Tage in der Woche in Vollzeit arbeiten, nutzt unsere gesamte menschliche Gehirnkapazität. Es gibt keinen Raum, über Mainstream-Konzepte hinaus zu denken und zu fühlen, was unser Wesen ist, was wir wirklich mögen, wozu wir gut sind. Wir sind auf eine kleine Anzahl von Gewohnheiten und Ansichten beschränkt, die von den wichtigsten Zeitungen, Fernsehkanälen und Schulprogrammen programmiert werden. Wir werden bedürfnislose Maschinen, die ein auf Wirtschaft und Profit basierendes System für die Eliten unterstützen.

Ich begann zu erkennen, dass die Aktivitäten der meisten Großstädte sich negativ auf die menschliche Entwicklung und seine Umwelt auswirkten. Wahrscheinlich viel schlimmer als gar nichts zu tun, denn das wirkt zumindest neutral.

Studien sagen, dass durchschnittliche Jugendliche in Städten jede Woche 40 Stunden fernsehen und Filme schauen, 15 Stunden Videospiele und Handy spielen und 2 Stunden Pornos im Verborgenen anschauen. Fügt man dazu 30 bis 40 Stunden Arbeit und / oder Studium hinzu, dann kann man berechnen wie viel Zeit noch bleibt für das Atmen, das Fühlen des Körpers, die Verbindung mit der Natur und die Beziehung zu anderen Menschen und Ansichten mit Frieden und Mitgefühl. Dieser permanente Arbeitsablauf, um mehr Profit zu machen, schafft die Gewalt und das Missverständnis zwischen Menschen, was zum Krieg führt, besonders wenn Menschen mit einer anderen Sprache als die eigene Muttersprache erzogen werden.

Der Lebensstil der Großstadt trennt Menschen auch von ihren Körpern. Auch wenn ich seit fast 10 Jahren aus ethischen und gesundheitlichen Gründen Vegetarier bin, wusste ich nicht woher das Essen kam, das ich zu mir nahm. Ich denke, in großen Städten konsumieren wir nicht einmal mehr Essen. Wir kaufen die am meisten beworbenen Produkte, die Rezepte die am meisten verkauft werden. Wir vergaßen die Ernährung, die unser Körper tatsächlich braucht und wie er sich mit den Jahreszeiten verändert.

Ich bin froh, dass die Erfahrungen mit Ökodörfern meine Perspektive und mein Handeln zu diesen Themen verändert haben. Mit Aktivitäten wie Yoga, Meditation, Fasten, Workshops über Rohkost und instinktiver Ernährung habe ich mich wieder mit meinem Körper und meinen wirklichen Bedürfnissen verbunden. Ich beschloss, weniger zu arbeiten,wener nach unnötigem Geld zu rennen und weniger zu konsumieren.

Von 5 Jahren hinter einem Computer zur Erfahrung von 100 Öko-Communities in Europa

Nach einem Jahr realisierte ich, dass Ökodörfer überall auf der Welt waren und sich auf verschiedene Themen spezialisierten. Ich begann so viel wie möglich zu entdecken und konzentrierte mich zunächst darauf, wo ich herkomme: Europa. Da ich Franzose und Portugiese war, hatte ich das Bedürfnis mich wieder mit meinen Wurzeln und meinen Vorfahren zu verbinden, um meine Vergangenheit und die Traumata, die ich trug, besser zu verstehen. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich diese Informationen im Internet teilen könnte, wo es nicht so einfach war, sie zu finden. Als Digital Project Manager habe ich eine Website und soziale Netzwerke geschaffen, um etwas über meine Reise zu erzählen: www.eco-villages.eu und um Bürger und Politiker auf der Suche nach einem nachhaltigen Leben auf globaler und lokaler Ebene zu erreichen.

Mein Hauptaugenmerk zu Beginn war die Ökologie. Dann, als ich Ökodörfer wie Zegg in Deutschland oder Tamera in Portugal besuchte, konzentrierte ich mich auf menschliche Interaktionen und Beziehungen. Mir wurde klar, dass die Natur keine Menschen braucht. Sie weiß, wie man sich selbst regeneriert, wie die Menschen eigentlich auch, aber das ist ein anderes Thema, elches wir in der modernen Welt vergessen haben. Ökologie hat keinen Sinn, wenn sie nicht in einem sozialen und kulturellen Kontext gesehen wird. Die Naturbeobachtung zeigt uns, wie sie funktioniert und was sie braucht. Ich dachte, das wäre die Art, wie es Menschen auch selbst machen sollten. Darum geht es bei Permakultur. Als ich das verstanden habe, begann ich mich mehr auf die sozialen und kulturellen Bilder des Mainstream-Systems sowie auf die neue Kultur in Ökodörfern zu konzentrieren. Ich entdeckte dann, wie das Konzept der freien Liebe für meine tatsächlichen Beziehungen relevant war. Ich erkannte, wie wahr es ist, dass die meisten Leute sagen, ich liebe dich, wenn sie eigentlich nur den anderen brauchen.

Während ich bemerkte, wie komplementär und harmonisch Ökodörfer sein können, wenn sie das Gleichgewicht zwischen innovativen Lösungen und traditioneller Weisheit finden, kam Spiritualität auf meinen Weg und öffnete meine Gedanken für die Gesetze des Universums. Ich musste mich mit meinem Trauma aus der Religion auseinandersetzen, um zu erkennen, dass Spiritualität etwas anderes ist: weniger begrenzt, persönlicher, offener und inklusiver, und dass es nicht darum geht, dieselben Regeln zu befolgen, sondern unsere unendlichen Unterschiede zu erforschen, die die wunderschöne Biodiversität schaffen Wir vereinen uns alle in Harmonie mit unserem Planeten.

Heute habe ich fast 100 Öko-Gemeinschaften in mehr als 20 Ländern von West-Süd nach Nord-Ost-Europa besucht. Ich versuche, die Mainstream-Medien stärker für diese Themen zu interessieren, während ich Kommunikationsprojekte wie ein Buch, eine Reihe von Dokumentarvideos, Online-Präsenz und Veranstaltungen vor Ort entwickle.

Ich dachte zuerst, dass der Hauptfaktor, der mich glücklich machen könnte, ein besonderer Ort war, dann spezielle Leute. Jetzt übernehme ich die Verantwortung, einen besonderen Platz zu erschaffen.

Ich beschloss, tiefer in das Ecovillage-Erlebnis einzutauchen und mindestens ein Jahr in einer Gemeinschaft zu bleiben. Wenige Wochen später, während ich diese Entscheidung traf, kam eine Gemeinschaft, die all meinen Wünschen entsprach: Angsbacka. Seit 20 Jahren bietet dieses Ökozentrum Kurse und Festivals für persönliches Wachstum an und arbeitet an den 5 Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Kulturelles, Ökonomie, Ökologie und Gesamtsystemdesign. Ein ganz besonderer Ort, denn es ist selten ein Ökodorf mit so viel Erfahrung zu finden, besonders im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Dort möchte ich bleiben und fühlen, was es bedeutet, das ganze Jahr in einem Ökodorf zu leben, welches eine nachhaltige Lebensweise bietet und sich ganz besonders auf das persönliche Wachstum konzentriert, das für mich heute am wichtigsten ist.

Ich möchte mich hier niederlassen, die Natur genießen, die verschiedenen Jahreszeiten fühlen, lernen, mich zu umarmen und bewusster mit meinen Schatten und den Mustern meines Lebens umzugehen und mein Licht aufgehen zu lassen. Ich möchte mir die Zeit nehmen, authentische Beziehungen zu einer ganzjährigen Gemeinschaft aufzubauen und die Intensität des Zusammenlebens nicht nur als Nachbarn oder Mitarbeiter, sondern auch als Familie und enge Freunde zu erleben. Nach dem Ausbrennen in Paris brauchte ich 3 Jahre, um eine Lebenserfahrung zu machen, in der ich mich wirklich engagieren und die Angst und das Trauma des Fallens, wie ich es in Großstadt-Bürojobs erlebt hatte, überwinden konnte. Ich bin jetzt bereit!

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Marc Domingos

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